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Der Blumenthaler Ständer

Das älteste Gebäude war zweifellos der "Blumenthaler Krug". Aus dem Jahre 1568 erfährt man, dass der Krug vierfach lang war und zum Hof zwei Pferde und vier Kühe gehörten. Der Besitzer war damals Albert Kulken, der ihn an Johann Barckhorn verkaufte. Das Haus wurde um ein Fach verlängert und eine zweite Scheune dazu gebaut. Nach Heinrich Meyerdirks taucht Lüder Koch als Eigentümer auf. Im Jahre 1720 finden wir Klaus Gloistein als dessen Nachfolger. 1902 verkaufte ein Lüder Gloistein Krug und Hof an Heinrich Ständer. Hier taucht zum ersten mal der Name auf, nach dem der Platz über jahrzehnte genannt wurde.

Heinrich Ständer kam aus dem Eichsfeld und hatte Kellner gelernt. Auf seiner Wanderschaft nach Blumenthal arbeitete er zunächst in der Wollkämmerei. Daneben bediente er als Kellner in der Gaststätte von Ebberfeld, später Hotel zur Glocke, Kapitän-Dallmann-Straße. Im Jahre 1900 verpflichtet Gloistein ihn als Kellner im "Blumenthaler Krug". Mit dem Krug war auch die Posthalterei verbunden. Besitzer Gloistein war nicht nur Kröker und Landwirt, sondern auch zugleich Posthalter. Jeden Abend fuhr vom Krug eine zweispännige Postkutsche ab. Sechs Personen hatten darin Platz. Die Postlinie ging über Meyenburg nach Uthlede - vormittags kehrte die Postkutsche mit fröhlichem Hornsignal des Postillions nach Blumenthal zurück. Später gab es eine ständige Omnibuslinie zwischen Blumenthal, Meyenburg und Uthlede.

Gastwirt Heinrich Ständer hatte große Umbaupläne. Das Strohdach sollte durch eine "harte Bedeckung" ersetzt, der Krug selbst vergrößert und verändert werden. Der Neubau beschäftigte die Öffentlichkeit und die Behörden. Der Bürgermeister erhob Einspruch. Der vordere Teil des Hauses musste wieder abgerissen werden. Den geplanten Ausbau von Erkern widersprach Landrat Berthold, der in seinem Kreis ein preußisch strenges Regime führte. Er war der Meinung, solche Erker gehörten nicht in die niedersächsische Landschaft, der alte Brunnen vor dem Haus wurde bei diesen Bauarbeiten eingeebnet. Das deutsche Haus wurde schließlich ein repräsentatives Bauernhaus, das jahrzehntelang den Charakter des Ortseinganges prägte.

Beim Richtfest war der neue Gastwirt nicht kleinlich und die Feierlichkeiten wurden fasst zu einem Volksfest, dass von der alten Scheune aus mit allem Nötigen versorgt wurde.

Es wechselten noch viele Besitzer aus der Gastronomie, bis Ende der neunziger Jahre das unter Denkmal stehende Gebäude dem "Feuerteufel" zum Opfer fiel.

Ein tragisches ENDE für ein historisches Gebäude - LEIDER !

Quelle: Rainer Steinbach

 
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